Hintergrund

10 Fakten zum Großmarkt

Warum braucht München einen Großmarkt?

Der Großmarkt in München ist Bauch, Herz und ein Stück DNA der Stadt. Nacholgend 10 Fakten zum Großmarkt, den drittgrößten in Europa.

  1. Von der Großmarkthalle aus werden knapp 2 Millionen Menschen mit Obst und Gemüse versorgt.
  2. Der Großmarkt ist der Versorger für Münchner Einzelhändler und Gastronomen, wenn es um Obst und Gemüse geht.
  3. Der Großmarkt ist Arbeitsplatz für mehr als 2.500 Menschen.
  4. Der Großmarkt ist Kulturgut.
  5. Der Großmarkt garantiert Vielfalt. Ohne ihn gäbe es in München nicht die Vielfalt und Qualität bei Obst und Gemüse.
  6. Der Großmarkt bewahrt über Jahrhunderte gewachsene Strukturen zwischen Erzeugern und Abnehmern.
  7. Der Großmarkt ist eine Plattform für Handel über Obst und Gemüse hinaus.
  8. Der Großmarkt existiert seit mehr als 100 Jahren.
  9. Der Großmarkt gehört zu Sendling.
  10. Ohne Großmarkt gäbe es keinen Viktualienmarkt wie wie ihn heute kennen.

9 Kommentare zu “10 Fakten zum Großmarkt

  1. Es ist ja unbestritten, dass der Großmarkt in München Vorteile hat. Aber genauso unbestritten ist es, dass es auch Nachteile gibt. Für mich ist es etwas unverständlich, dass Sie in den 10 Fakten lediglich Vorteile auflisten. Man sollte meiner Meinung nach vielmehr das Für und Wider angemessen abwiegen bevor man zu einer endgültigen Standortentscheidung kommt. Deshalb möchte ich die Liste der Vorteile um ein paar Nachteile ergänzen. (Ich hoffe dieser Kommentar wird trotzdem freigegeben.) Wie jemand die Punkte gewichtet, kann ja jeder selbst entscheiden.

    11. Der Großmarkt wird heutzutage ausschließlich per LKW beliefert, auch die Kunden kommen mit PKW/LKW. Damit zieht der Großmarkt eine Menge Verkehr an. Die Folgen dieser Verkehre (Lärm und Abgase, auch mitten in der Nacht) können viele Anwohner krank machen! Nachtruhe gibt es für viele nicht.

    12. Die Lieferanten und viele der Kunden kommen gar nicht aus München. Das heißt: sehr viel Obst und Gemüse wird erst durch die halbe Stadt zum Großmarkt gefahren um dann von Kunden, die erst zum Großmarkt durch die halbe Stadt fahren, wieder herausgefahren zu werden. Für Teile der Stadt bedeutet das eine hohe Verkehrsbelastung. Folgen sind Stau, schlechte Luft und eine hohe Lärmbelastung.

    12. Der Großmarkt hat einen Eisenbahnanschluss. Im Gegensatz zu früher wird dieser heute nicht mehr zur Belieferung des Großmarktes per Zug genutzt. Auf die Brücke, die den Großmarkt an das Bahnnetz anbindet, wurde ein ausrangiertes Schiff vom Ammersee gestellt.

    13. Das meiste Obst und Gemüse, das in München verkauft wird, wird schon lange nicht mehr im Großmarkt gehandelt. Das heißt es gibt genügend Alternativen in München. München ist heutzutage nicht mehr abhängig vom Großmarkt!

    14. Ein neuer Großmarkt in München würde ca. 120 Millionen Euro an Steuergeldern kosten, an einem anderen Standort (wie Vaterstetten) könnte ein Großmarkt womöglich ganz ohne Steuergelder privat finanziert werden. Arbeitsplätze würde es auch dort geben.

    15. Auch in anderen Städten sind Großmärkte in der Vergangenheit nach weiter außerhalb verlagert worden (Frankfurt, Paris, …). Warum in München einen Sonderweg gehen?

    16. Derzeit ist der Großmarkt Arbeitsplatz für über 2.500 Menschen. Aber wird dies auch nach einem Neubau so sein? Man kann davon ausgehen, dass der Neubau so errichtet wird, dass vieles in Zukunft sehr viel einfacher wird als heute; viel was heute Menschen machen, wird in Zukunft zum Teil automatisch ablaufen. Ob dann noch so viele Arbeiter gebraucht werden oder ob so oder so viele der Arbeitsplätze mit dem Neubau wegrationalisiert werden, ist derzeit völlig unklar.

    17. Viele Menschen in München finden keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Ein Grund dafür ist, dass das Angebot an bezahlbarem Wohnraum mit der Nachfrage nicht mithalten kann. Flächen für den Wohnungsbau werden knapp. Auf dem Großmarktgelände könnte die Stadt eine Vielzahl bezahlbarer Wohnungen bauen, die die Wohnungsnot lindern könnten, falls man für den Großmarkt einen anderen Standort findet.

  2. Annette

    Lieber Rene,

    auch wenn nicht nur die Pros für die Standortinitiative betrachtet werden sollten, muss ich zu einigen der angeführten Punkte ergänzen:

    Zu 12. Wie kommt denn das Obst und Gemüse in den REWE City Markt, Lidl, Aldi und Co in die Innenstadt? Oder in die Restaurants und anderen Gastrobetriebe? Die Anlieferung des Standorts in Sendling erfolgt nicht durch die halbe Stadt, sondern ideal über den Mittleren Ring.

    Zu 14. Steuergelder (also die Kosten) stehen Steuereinnahmen gegenüber (Gewerbesteuer, Grundstücksgebühren, Nutzungsgebühren etc.), daher ist eine nur auf Kosten bezogene Betrachtung einseitig.

    Zu 16. Der Großmarkt ist kein Produktionsunternehmen, sondern ein Handelsplatz. Viele Früchte- und Obstsorten können nicht maschinell bearbeitet werden. Außerdem beinhalten die Planungen keine bisher nicht vorhandenen Robotorstraßen oder Produktions- sowie Verarbeitungslinien. Hier handelt und arbeitet der Mensch! Alle bisherigen Unternehmen bleiben am Standort. Bei Verlagerung ist es allerdings nicht ausgeschlossen, dass Umstrukturierungen der Unternehmen erfolgen (müssen).

    • Vielen Dank für Ihre Antwort. Zu Ihren Äußerungen möchte ich gerne anmerken, dass es hier meiner Meinung nach sehr schön wäre wenn es bzgl. dieser Punkte etwas mehr Transparenz geben würde. Vielleicht hilft dieser Blog da ja weiter. Das wäre schön. Wie viele REWE-Märkte, Lidls und Aldis in München beziehen Ihre Ware denn vom Großmarkt? Welche Alternativen gäbe es für diese? Wie viel Gewerbesteuer nimmt die Stadt vom Großmarkt ein? Wie viele Einnahmen würde im Gegensatz dazu eine Vergabe der Flächen zum Wohnungsbau bringen? Wie viele Arbeitsplätze würde es denn nach einem Neubau in Sendling geben? Genauso viele wie heute oder würden doch welche wegrationalisiert werden? (wenn ja wie viele?) Würde es an einem anderen Standort wirklich weniger (oder sogar mehr?) Arbeitsplätze geben? Bleiben wirklich wie Sie behaupten alle Unternehmen am Standort, wenn die Großmarkthalle hier neu gebaut wird? Das sind alles Fragen, die man meiner Meinung nach beantworten sollte bevor man sich endgültig entscheidet wie es nun mit dem Großmarkt weiter gehen soll.

      Zu Ihrer Anmerkung zu meinem Punkt 12 möchte ich als Sendlinger aus eigener Erfahrung anmerken, dass es leider derzeit oft nicht funktioniert, dass die Anlieferung zum Großmarkt wirklich nur über den mittleren Ring erfolgt. Viele LKWs verfahren sich zum Teil im ganzen Viertel; zwischen Implerstraße und Schäftlarnstraße herrscht manchmal Chaos und 40Tonner stecken in Seitenstraßen (oder manchmal sogar unter den Eisenbahnunterführungen) fest. Auch eine Anfahrt (nur) über den mittleren Ring ist meiner Ansicht nach definitiv keine Lösung, da auch dort Menschen leben. Schauen Sie sich nur mal die Situation am Candidplatz oder an der oberirdischen Brudermühlstraße an. Gerade an der Brudermühlstraße rasen die 40Tonner mitten in der Nacht zum Teil fast schon im Minutentakt mit wenigen Metern Abstand direkt an den Schlafzimmerfenstern der Anwohner vorbei. Haben die Menschen, die dort leben, kein Recht auf Nachtruhe? Lärm in diesem Maße wie er dort vorherrscht macht krank, das ist so eigentlich nicht zumutbar. Aber wo sind die Lösungen für diese Probleme?

      Es gibt meiner Meinung nach so viele ungeklärten Fragen, es wäre schön, wenn dieser Blog hilft wenigstens einige davon zu beantworten.

      • Annette

        Lieber Rene,
        ich finde auch, dass die Auseinandersetzung, die gerade rund um das Thema Großmarkt geführt wird, alle Aspekte beleuchten und Antworten auf die von Ihnen o.g. und viele weitere Fragen finden sollte. Ich denke, aus diesem Grund gibt es auch diesen Blog. Es wäre schön, wenn einige dieser Punkte aufgegriffen würden, um das Gespräch aufrechtzuerhalten und letztendlich Klarheit für alle Teilnehmer dieses Diskurses schaffen könnten. Bei einigen Punkten ist die Bereitstellung von unumstößlichen Fakten aber bestimmt nur schwer möglich bzw. mit sehr viel Rechercheaufwand zu bewerkstelligen. Und manche Fragen bleiben schlicht mit gewissen Unwägbarkeiten verbunden, weshalb darüber nur spekuliert werden kann oder Expertenmeinungen beherzigt werden müssen.
        Die Frage, die allen Fragen zugrunde liegt, ist aber, wie wir den Großmarkt grundsätzlich sehen. Die Antwort darauf entscheidet darüber, mit welchen Kriterien wir die Erhaltung des Großmarktes in München bewerten und wie wir die einzelnen Argumente gewichten. Ist der Großmarkt für uns in erster Linie ein Unternehmen, dass wir mit einer Handvoll Zahlenwerten rein ökonomisch bewerten möchten, oder ist er für uns eine über 100 Jahre gewachsene Kulturstätte, die zu München gehört und wo Menschen auf eine Weise Handel betreiben, die in Zeiten der Digitalisierung immer seltener wird?

        Zu Ihren Fragen:

        1. Ich finde die Tatsache, dass einige Einzelhandelsketten ihr Obst und Gemüse vom Großmarkt beziehen, schon erstaunlich. Wie viele dieser Supermarktketten auf den Großmarkt zurückgreifen, ist zwar eine spannende Frage, die meines Erachtens aber nicht ausschlaggebend für den Erhalt des Großmarktes am Standort München sein sollte.
        2. Man kann derzeit noch nicht einmal mit Gewissheit sagen, ob eine Umnutzung von Gewerbegebiet zu Wohngebiet ohne weiteres möglich ist. Das muss erst von der Stadt geprüft werden. Die Einnahmen durch eine Umnutzung als Wohngebiet den Steuereinnahmen gegenüberzustellen ist folglich rein hypothetischer Natur. Der Kommunalreferent hat hingegen schon mehrfach auf die Bedeutung des Großmarktes in Bezug auf die Gewerbesteuereinnahmen hingewiesen.
        3. Man wird bis zum Schluss nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen können, ob tatsächlich alle Unternehmen am Standort München bleiben werden. Alles was man sagen kann, ist, dass der Zuspruch gerade sehr hoch ist, was diesen Schluss nahelegt.
        4. Meines Wissens wird durch den Neubau keine Rationalisierung der Arbeitskräfte nahegelegt. Der Großmarkt wird nach wie vor ein Handelsplatz sein, der lediglich eine moderne bauliche Infrastruktur bekommt.
        5. Der Neubau berücksichtigt auch Maßnahmen für den Lärmschutz. Die Lärmbelastung soll nach den Plänen für den Neubau in Sendling etwas reduziert und vor allem der Verkehr besser gelenkt werden. Sollte der Verkehr auf dem gleichen Niveau bleiben, wird dennoch die Lärmbelästigung sehr wahrscheinlich reduziert werden können. Ich gehe außerdem davon aus, dass die rasant voranschreitende Entwicklung der Elektromobilität dieses Problem schneller als erwartet obsolet werden lässt.

        Was ist der Großmarkt für Sie, Rene?

      • Liebe Anette, vielen Dank für Ihre erneute Antwort (siehe unten). Sie fragen was der Großmarkt für mich ist. Die Frage beantworte ich Ihnen gerne: Für mich als Sendlinger, der nicht am Großmarkt arbeitet, ist der Großmarkt ein abgeschlossenes Gelände, das ich nicht einmal betreten darf (außer vielleicht zu Führungen). Auch einkaufen kann ich dort nicht. Ein typisches Logistikzentrum also. Die einzigen Auswirkungen, die ich spüre, sind die enormen Verkehrsbelastungen. Leider scheint sich gerade dafür niemand ernsthaft zu interessieren: Wenn LKW-Fahrer tagtäglich geltende LKW-Fahrverbote (z.B. an der Oberländerstraße) einfach ignorieren, wenn Höchstgeschwindigkeiten nicht eingehalten werden, wenn LKW-Fahrer (z.B. an der Brudermühlstraße) mitten in der Nacht einfach durchbrettern anstatt wie es die StVO eigentlich vorsieht nachts rücksichtsvoll und leise zu fahren und wenn sich offensichtlich niemand darum schert hier Verbesserungen herbeizuführen (weder Polizei noch Stadt München noch der Großmarkt), dann zeigt das meiner Meinung nach schon wie wenig man sich hier für die Verkehrsprobleme interessiert. Wenn der Eisenbahnanschluss des Großmarktes einfach stillgelegt wird um nur noch mit LKW zu beliefern, wenn die Zufahrt zur Großmarkthalle (obwohl diese innerhalb des mittleren Rings liegt) per genereller Sondergenehmigung von der Umweltzone ausgenommen wird und wenn man nicht einmal bereit ist auf der Brudermühlstraße zu testen ob man durch eine (nächtliche) Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 kmh Verbesserungen bzgl. der Lärmbelastung erreichen kann, dann zeigt dies meiner Meinung nach, dass die Gesundheit der Anwohner hier überhaupt keinen Stellenwert hat. Es geht ja hier nicht um Belastungen, die etwas störend für uns sind, der Großmarktverkehr verursacht vielmehr (Lärm-)Belastungen, die manchmal so hoch sind, dass sie schwere Krankheiten (vor allem Herz-Kreislauferkrankungen; Todesursache Nummer 1 in Deutschland) hervorrufen können. Ihre Einschätzung, dass die Frage nach der Lärmproblematik durch Elektromobilität obsolet werden könne, teile ich nicht. Der Lärm wird ja vor allem vom Schwerlastverkehr erzeugt, den werden sie so schnell nicht elektrifizieren können. Und selbst dann wenn das mal möglich sein wird, wird die Lärmbelastung deshalb nicht abnehmen, weil der Lärm bei solchen Fahrzeugen in erster Linie nicht durch den Motor sondern durch das Abrollen der Reifen auf der Straße erzeugt wird (da ist es egal ob es sich jetzt um einen Elektroantrieb oder um einen Benzin- bzw. Dieselantrieb handelt). Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich meine den Lärm an den Zufahrtsstraßen, nicht um den Lärm am Großmarktgelände selbst; durch den Neubau des Großmarktes wird sich an diesen Verkehrsproblemen (vor allem der hohen Lärmbelastung an den Zufahrtsstraßen) also nichts ändern. Eine „bessere Lenkung“ des LKW-Verkehrs bedeutet auch nur, dass man den Verkehr von der einen Straße auf die nächste verlagert und damit die Anwohner der Straßen gegeneinander ausspielt – meiner Meinung nach also definitiv auch keine Lösung. Wenn der Kommunalreferent dann angesichts dieser Verkehrsproblematik bei fast jeder Gelegenheit betont der Großmarkt sei „verkehrsgünstig gelegen“, dann fühle ich mich immer ziemlich veräppelt. Gerade bei der vom Großmarktverkehr verursachten Lärmbelastung müssten denke ich dringend Lösungen her bevor man überhaupt nur nachdenkt den Großmarkt hier in Sendling neu zu bauen. Das ist meine Meinung. Viele Grüße!

  3. Wolfgang

    Ich muss Annette recht geben. Aber auch zu Punkt 11 ist anzumerken, dass es auch für die Anlieger an außerstädtischen Standorten keine Nachtruhe geben wird. Denn dort entsteht unter Umständen noch mehr Verkehr – immerhin müssen die Arbeiter irgendwie zur Arbeit kommen. Weit außerhalb ist nicht immer eine gute Verbindung mit den ÖNPV gewährleistet. Außerdem sollen die geplanten Maßnahmen am Großmarkt München den Lärm sowohl am Tag als auch in der Nacht verringern. Der Verkehr durch LKWs wird nach aktuellen Planungen nicht mehr als bisher.

    Punkt 13: Die Gleise sind schon sehr lange nicht mehr im Betrieb und das Schiff ist Kult! Die Frage warum kann gerne an die Politik weitergegeben werden.

    • Lieber Wolfgang, vielen Dank für Ihre Antwort. Sie behaupten, dass es auch für die Anlieger an außerstädtischen Standorten keine Nachtruhe geben würde. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Meines Wissens dürfte eine solche Großmarkthalle an einem neuen (außerstädtischen) Standort wegen geltender Lärmschutzvorschriften nur dann gebaut werden, wenn die Nachtruhe der Anwohner dort sichergestellt ist. Man bräuchte eben einen Standort (z.B. nahe an der A99), an dem es keine direkten Anwohner gibt, die vom Lärm betroffen wären. Das wäre meines Wissens z.B. beim Standort in Vaterstetten, der von einigen Händlern ins Spiel gebracht wurde, der Fall. Da würde niemand belastet werden durch den Verkehr.

      Ich gebe Ihnen zwar Recht, dass der Lärm im Falle des Neubaus des Großmarktes in Sendling durch die geplanten Maßnahmen am Großmarktgelände selbst verringert wird, wenn der LKW-Verkehr tatsächlich nicht zunehmen wird. Das gilt aber nicht für den Lärm, der an den Zufahrtsstraßen zum Großmarkt herrscht. Der wird wenn sich der LKW-Verkehr nicht deutlich verringert so bleiben wie bisher. Aber da die Lärmbelastungen an manchen Zufahrtsstraßen ja heute schon viel zu hoch sind, ist das ja keine Lösung. Dort muss vielmehr dringend eine Entlastung her.

      Sehen Sie das anders?

      • Wolfgang

        Hallo Rene,

        mag sein, dass der außerstädtische Neubau Lärmvorschriften unterliegt, aber ebenso unterliegt auch der innerstädtische Neubau diesen Lärmvorschriften und bei jeder Variante müssen diese Vorschriften eingehalten werden. Dass allerdings niemand durch den Neubau in Vaterstetten durch Verkehrslärm zusätzlich belastet würde, halte ich für ein Ammenmärchen. Mir ist zumindest bekannt, dass die Gemeinde Vaterstetten schon heute eine erhebliche Lärmbelastung durch die sie umgebenden Autobahnen zu ertragen hat. Mag sein, dass die Vorschriften eingehalten würden. Die Lebensqualität der Anwohner würde aber sicherlich noch einmal mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Es gibt nicht den optimalen Standort, der kein Wohngebiet tangiert. Allerdings sind die innerstädtischen Häuser, die bei dicht befahrenen Straßen liegen, meist mit entsprechenden Schallschutzfenstern und anderen Maßnahmen verstärkt von der erhöhten Lärmbelastung geschützt.

        Ich hoffe aber auch sehr, dass die nicht zuletzt durch Tesla stark forcierten Bemühungen, die E-Mobilität zur Alltagsrealität werden zu lassen, in den kommenden 10 bis 20 Jahren auch die Münchner Straßen immer mehr entlasten. Dann brauchen wir uns über diesen Punkt nicht mehr zu streiten. Tesla will in den kommenden Monaten seinen ersten E-LKW vorstellen.

      • Lieber Wolfgang, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich glaube nicht, dass wir uns noch einigen werden. Der innerstädtische Neubau unterliegt meiner Meinung nach eben nicht denselben Lärmschutzvorschriften wie ein außerstädtischer Neubau. Das liegt daran, dass es in Sendling seit Jahrzehnten einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt, der heutzutage so nicht mehr genehmigt werden würde. Dieser Bebauungsplan kann genutzt werden, wenn in Sendling gebaut wird. An einem außerstädtischen Standort bräuchte es im Gegensatz dazu erst ein neues Bebauungsplanverfahren, für das dann ganz andere Standards gelten würden als diejenigen, die vor Jahrzehnten in Sendling zugrunde gelegt wurden. Auch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass bei einer Verlagerung des Großmarktes nach Vaterstetten die mögliche Verkehrsmehrbelastung in Vaterstetten auch nur ansatzweise mit der heutigen Belastung in Sendling vergleichbar wäre. In Sendling quälen sich die Schwerlaster durch 2spurige eng bebaute Straßen wie Oberländerstraße oder Brudermühlstraße. So was würde es in Vaterstetten nicht geben. Aber wenn es hier tatsächlich noch Zweifel geben sollte, dann sollte man meiner Meinung nach eben ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben, das genau diese Frage untersucht. Erst wenn die Ergebnisse dieses Gutachtens vorliegen, sollte man dann eine Entscheidung treffen wie es mit dem Großmarkt weiter geht, und nicht vorher! Und nun noch zu Ihrem letzten Punkt: Dass E-LKWs die Straßen in München entlasten ist zum einen noch ferne Zukunftsmusik (ich kann mir nicht vorstellen, dass elektrisch betriebene 40-Tonner bald Standard werden), zum anderen hat das auf die Lärmbelastung an den Zufahrtsstraßen kaum eine Auswirkung. Der Lärm wird bei solchen Fahrzeugen in erster Linie nämlich nicht durch den Motor sondern durch das Abrollen der Reifen auf der Straße erzeugt wird (da ist es egal ob es sich jetzt um einen Elektroantrieb oder um einen Benzin- bzw. Dieselantrieb handelt). Nur bezogen auf die Abgasbelastung haben E-LKWs Vorteile. Viele Grüße!

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