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Mehr als 100 Jahre Familientradition

Montagmorgen, 5 Uhr am Kiosk in der Blumenhalle auf dem Großmarkt in Sendling. Geschäftiges Treiben, Karren fahren eifrig Waren umher. Eier-Großhändler Siegfried Wimmer genehmigt sich Kaffee und eine Salami-Semmel. Für heute hat er sein Tagesgeschäft auf dem Großmarkt erledigt. Er und seine Mitarbeiter treffen sich regelmäßig am Kiosk um ein Päuschen einzulegen, bevor es weiter zu den nächsten Kunden geht.

Heute flitzen viele Kinder zwischen den Ständen des Großmarkts hin und her. Es sind Osterferien und die Kinder begleiten ihre Omas und Opas auf den Großmarkt.

Auch Siegfried Wimmer war schon als Kind mit seinem Vater unterwegs: „Ich bin quasi seit Geburt im Betrieb“, sagt er und lacht. Wimmer entstammt einem Familienbetrieb. Der Urgroßvater gründete 1909 den Eierhandel Siegfried Wimmer. „Otto von Kammerloh, der königliche Hoflieferant, kam immer zu meinem Urgroßvater. Irgendwann hat der eigene Betrieb nicht mehr genug hergegeben und meine Urgroßmutter musste Eier vom Nachbarn dazukaufen. Daraufhin hat mein Urgroßvater dann den Eierhandel gegründet.“

Mehr als 100 Jahre Firmentradition

In mittlerweile vierter Generation betreibt Siegfried Wimmer nun den Eierhandel. Seit nunmehr 28 Jahren ist er selbst am Steuer. Der eigene Nachwuchs zeigt ebenfalls schon Interesse am Familienbetrieb und fährt Kurier im Unternehmen. Für den Niederbayern kam ein anderes Metier nie in Frage: „Es hat für mich einfach nichts anderes gegeben“.

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Seit dem 1. Weltkrieg fährt täglich ein LKW vom Betrieb in der Nähe von Simbach am Inn nach München rein und beliefert Händler, Bäckereien, Gastronomie, Hotels und seit 2003 auch Händler am Großmarkt. Mehr als 300 Kunden sind es insgesamt, die Wimmer regelmäßig beliefert. Verlassen kann er sich dabei auf ein neun-köpfiges Team.

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Über 110 Kilometer Anfahrt nehmen seine Fahrer dafür in Kauf, um Freilandeier, Bio-Eier, Eier aus Bodenhaltung und Kleingruppenhaltung, Wachteleier und Frischeiprodukte zum Kunden zu bringen.

Der Großmarkt ist dabei für Wimmers Geschäft unerlässlich. „Nachdem meine Leute so gegen 5.30 Uhr vom Großmarkt weiter zu den nächsten Händlern fahren, sind etwa 70 Prozent des LKW leer. Der Großmarkt ist für unser Geschäft schon wirklich wichtig“, sagt der Eierhändler.

„Der Großmarkt ist ein eigener Kosmos“

Darüber hinaus gibt hat der Großmarkt noch einen viel größeren Wert für Wimmer: „Der Großmarkt ist ein eigener Kosmos. Alle kennen sich, man kennt Leute aus aller Welt. Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht mehr nach München fahren würde. Ich brauche die Stadt und den Großmarkt. Wenn man so etwas immer hatte und dann plötzlich nicht mehr, geht einem schon etwas verloren.“

Deshalb wünscht er sich für die neue Großmarkthalle einen zügigen und schlichten Zweckbau: „Die Halle muss praktisch für uns sein und ihren Zweck erfüllen. Und es wäre schön, wenn im Winter nachts geräumt würde. Denn mit dem Schnee kämpfen wir hier nachts um drei schon ein bisschen.“

Rund um Ostern ist Hochsaison für Wimmer und seine Mitarbeiter

Jetzt um Ostern läuft der Betrieb auf Hochtouren. „In den zwei Wochen um Ostern geht unser Geschäft steil nach oben. Abgesehen davon ist es das Jahr über aber wirklich sehr stabil “, sagt Wimmer.

Obwohl er um die eine Millionen Eier in der Woche verkauft, gibt es im Hause Wimmer an Ostern trotzdem welche. „Ich esse an Ostern schon sehr viele Eier. Ich weiß aber nicht wie viele am Tag das sind. Aber ich habe keine Probleme mit Cholesterin“, scherzt er.

Im nächsten Jahr besteht Siegfried Wimmers Eiergroßhandel schon 110 Jahre, das wird natürlich gebührend gefeiert: „Da gibt’s Freibier für alle“, sagt Wimmer und lacht. Und sein Mitarbeiter ruft geschwind: „So, jetzt hast du’s gesagt!“.

 

Für die Standortinitiative „Großmarkt in Sendling. Jetzt.“ suchen wir stets Unterstützer: Einfach und schnell können Sie sich vom Handy oder Desktop bei unserer Unterstützungserklärung eintragen und sich für einen baldigen Neubau der Großmarkthalle aussprechen.

 

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