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Caspar Plautz – Kartoffelbrüder vom Viktualienmarkt

Mayan Queen, Jazzy und Edzell Blue: Nein, das sind nicht die beliebtesten Baby-Namen der Hollywood Stars, sondern das täglich Brot der beiden gebürtigen Münchner Theo Lindinger und Dominik Klier von Caspar Plautz. Vor genau zwei Jahren haben sich der 32-jährige Goldschmied und der 31-jährige Soziologe mit ihrem Kartoffel-Business selbstständig gemacht. „Im November feiern wir das zweijährige Jubiläum unseres Kartoffel-Stands am Viktualienmarkt“, sagt Theo. Mehr als 4.600 Fans auf Instagram – so schön und schmackhaft hat Erdäpfel noch niemand in Szene gesetzt.

Kartoffeln. Das klingt erst mal eintönig. Als die beiden Quereinsteiger den Stand am Viktualienmarkt übernahmen, sahen sie in der Ofenkartoffel Chancen und Risiken. „Heute hätte uns nichts Besseres passieren können“, schwärmt Theo in Erinnerung an die Anfangszeit. Durch die Konzentration auf diese eine Hauptzutat haben sie sich nicht nur spezialisiert, sondern auch die Vielfalt in der Erdknolle entdeckt. Leidenschaftlich erzählt Theo von seinen Lieblingskartoffelsorten: „Allians, wie die Allianz nur mit ‚s‘, ist eine speckige Bio-Kartoffel. Kräftig in der Farbe, satt im Geschmack. Ihr festes Fleisch ist perfekt für die Zubereitung von Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat. Und: Sie kommt direkt aus der Region. Die Mayan Twilight ist dahingegen exotischer. Ihr Wiedererkennungsmerkmal liegt in der extremen Farbe: Innen kräftiges Gelb, außen rot gescheckt. Ihr Aroma ist fein und nussig und deshalb am besten geeignet für Pommes Rissolée – also rohe, klein gewürfelte Bratkartoffeln. Für jede Zubereitungsart gibt es eine passende Sorte. Wenn Kunden zu uns kommen, fragen wir sie immer zuerst, was sie damit kochen wollen und beraten sie dann.“

Weltweit gibt es über 4.000 verschiedene Arten Kartoffeln

Mit eben dieser Leidenschaft kochen die beiden Freunde bereits seit Jahren gemeinsam und haben schon ein großes Festival in Frankreich bewirtet. Heute werden sie am Viktualienmarkt von ihrem Koch Kay Hoppe unterstützt. Gemeinsam entwickeln sie regelmäßig neue Gerichte. Als Basis steht immer die gebackene Bio-Kartoffel auf dem Speiseplan von Caspar Plautz. Als Beilage gibt es einen Rohkostsalat und verschiedene Toppings, die jede Mahlzeit einzigartig machen. Theo: „Unser All-time-Favourite ist Vitello Potato mit selbstgemachter Mayonnaise. Aber auch Caponata aus der sizilianischen Küche oder Ceviche aus der peruanischen Küche mit Fischspezialitäten, die frisch aus dem Starnberger See gefangen werden, ergänzen die Karte.“

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Pro Woche verarbeitet Caspar Plautz 250 Kilogramm Kartoffeln

Zwei bis drei Mal wöchentlich sind die beiden am Großmarkt in Sendling anzutreffen, wo sie den Großteil ihres Gemüses beziehen. Den Salat kaufen bei ihrem Stand-Nachbarn am Viktualienmarkt. Die Kartoffeln kommen direkt aus Halle 6 am Großmarkt, aber auch von zwei Bio-Bauern aus der Region. „Der Großmarkt ist essentiell für unseren Betrieb – und auch für den gesamten Viktualienmarkt. Er ist eine Versorgerstation. Früher habe ich mich nie auf das Gelände getraut, heute gehört der regelmäßige Besuch der Markthallen für mich zu meinem Business. Zu all meinen Freunden sage ich, dass sie vor der Arbeit durch die Großmarkthalle laufen und einen Cappuccino trinken sollen, um die tolle Atmosphäre und das einzigartige Flair zu erleben,“ erzählt Dominik. Das frische Gemüse transportieren sie mit einem Lastenrad. „Mit einem Elektrorad lassen sich 70 Kilogramm problemlos transportieren und wir sind viel schneller als mit einem Auto wieder an unserem Stand, außerdem auch nachhaltiger.“

Wer ist Caspar Plautz?

Caspar Plautz ist übrigens nicht der Großvater, nach dem sie ihren Stand benannt haben, sondern ein Mönch aus dem 17. Jahrhundert, der 1621 das erste Kartoffelrezept niedergeschrieben haben soll. „Anfangs klang der Name für mich frech, wie ein Berliner Nachtclub. Heute kann ich mir keinen besseren für unser Business vorstellen“, resümiert Theo und lacht.

Aktuell schreiben die beiden Kartoffel-Experten an dem Kochbuch „Caspar Plautz. Rezepte mit Kartoffeln“, das am 04.11.2019 erscheinen und im Buchhandel, aber auch direkt am Standl erhältlich sein wird. Dort erwarten die Leser rund 100 Rezepte – natürlich über Kartoffeln.

Für die Standortinitiative „Großmarkt in Sendling. Jetzt.“ suchen wir stets Unterstützer: Einfach und schnell können Sie sich vom Handy oder Desktop bei unserer Unterstützungserklärung eintragen und sich für einen baldigen Neubau der Großmarkthalle aussprechen.


Bildmaterial © Caspar Plautz/Sima Dehgani

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